eljub Think Tank-Austauschtreffen in Ulm (15. – 17.4.2016)

  • -

Gespräche über einen „Europäischen Basis-Wertekatalog“, Gedenken an die Geschwister Scholl

Wie können Jugendliche aus verschiedenen Kulturen miteinander reden? Was sollte man berücksichtigen, wenn man ein positives, konstruktives Gesprächsklima mit jemandem herstellen will, für den vielleicht ganz andere Werte zählen als für einen selbst? Diese und andere Fragen diskutierten deutsche und niederösterreichische Jugendliche vergangenes Wochenende beim eljub Think Tank-Austauschbesuch in Ulm.

Im Rahmen des eljub Think Tank-Programmes fand von 15. – 17.4. das bereits zweite bilaterale eljub-Jugendtreffen statt. In Ulm an der Donau trafen sich deutsche und niederösterreichische Jugendliche, um miteinander zu diskutieren und sich auszutauschen. Ulm – als Heimatstadt der von den Nazis ermordeten Geschwister Hans und Sophie Scholl. Bei einer Führung in der Volkshochschule, die lange von Inge Aicher-Scholl (einer weiteren Schwester der Geschwister Scholl) geleitet wurde,  konnten sich die Jugendlichen überzeugen, wie lebendig und in Ehren hier das Andenken an jene sechs jungen Studenten gehalten wird, die in Hitlerdeutschland hingerichtet wurden. Die Führung durch die Ulmer Denkstätte „Weiße Rose“ wurde von Dr. Andreas Lörcher sehr lebendig gestaltet und war Anlass zu angeregter Diskussion, vor allem über die damals erst 21-jährige Sophie Scholl, ihre Geradheit und ihren Mut. Danach stand die Eröffnung der Ausstellung „Einmischung erwünscht“ auf dem Programm.

Nachmittags hörten die Jugendlichen im „Aicher Scholl-Kolleg“ Dr. Martin Böhnisch‘s Impulsvortrag zum Thema „Friedenspolitik und das Konzept der Diplomatie“, bevor es danach im lebhaften Gespräch zur Sache ging: Was bedeutet Ehre und Ehrgefühl in der Türkei? Worin liegt der Unterschied zu Deutschland oder Österreich? Und wie sieht es mit der Kommunikation zwischen Deutschen und Österreichern aus – läuft da immer alles klar und unmissverständlich?

Ergebnis der Diskussion: Die Jugendlichen regten die Erstellung in Form eines „Basis-Wertekataloges“ an, der abseits aller Religionen verfasst werden könnte und für Dinge stehen sollte, denen – so die Jugendlichen – Menschen verschiedenster Religionen zustimmen könnten.

Der eljub Think Tank wird von „Erasmus+“ als „Strukturierter Dialog“ gefördert.

Nähere Informationen finden Sie unter www.eljub.eu

20160416_133328