Bundesweite Fachtagung der Offenen Jugendarbeit mit dem Thema: “Offene Jugendarbeit zwischen Konsum und Beteiligung“

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„Niederösterreich ist vom 23. bis zum 25. November zum ersten Mal Gastgeber einer bundesweiten Fachtagung der Offenen Jugendarbeit. Vernetzung im Land, aber auch österreichweit und international ist uns ein großes Anliegen“, beschreibt Jugendlandesrat Karl Wilfing die dreitägige Tagung, die im Bildungshaus St. Hippolyt in St. Pölten Experten aus allen Bundesländern zusammen bringt.

Ein häufig gebrauchtes Schlagwort in der Offenen Jugendarbeit lautet „Partizipation“. In der offenen Jugendarbeit gilt Partizipation als zentrales Handlungsprinzip und nicht nur als Grundsatzbekenntnis. Es muss daher in der Praxis noch stärker von der konsumierenden Teilnahme und der Inanspruchnahme von Angeboten hin zur aktiven und konstruktiven Mit- und Selbstbestimmung entwickelt werden. Die Mitbeteiligung junger Menschen ist ein wesentlicher Grundpfeiler der Arbeit in den Gemeinden, in den Regionen, in Vereinen und Organisationen, auf Landes- und Bundesebene. Überall dort muss aktive Jugendbeteiligung stattfinden. Partizipation ist im Rahmen der Jugendpolitik das wichtigste Ziel.

Im Kontext der Offenen Jugendarbeit bedeutet Partizipation Beteiligung junger Menschen an Gestaltungsprozessen, Unterstützung ihrer Selbstorganisationsfähigkeit und Artikulation ihrer Interessen in unterschiedlichen Zusammenhängen.

Im Rahmen dieses großen Feldes zwischen persönlichen und gesellschaftlichen Interessen gibt es heuer erstmals statt Workshops einen Open Space, bei dem die mehr als 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Tagung selbst bestimmen, zu welchen Themen sie sich austauschen und arbeiten möchten und woraus in der Folge spannende Ideen, Visionen und konkrete Projekte entstehen.

Ein Impulsreferat von Prof. Dr. Renée Schroeder mit dem Titel „Denke weiter!“ bringt neben viel Stoff zum Nachdenken. Renée Schroeder, geboren 1953 in João Monlevade, Brasilien, studierte Biochemie in Wien, verbrachte ihre Lehrjahre in München, Paris und in Albany/NY. Seit 2005 leitet sie das Department für Biochemie und Zellbiologie an der Universität Wien. 2001 bis 2005 war sie Mitglied der Bioethik-Kommission der österreichischen Bundesregierung, 2003 erhielt sie den Wittgenstein Preis und 2011 den Eduard Buchner Preis. Darüber hinaus war sie Österreichs Wissenschaftlerin des Jahres 2002. Die Biochemikerin Renée Schroeder lernt von Zellen und Bakterien, wo es kontrolliertes Wachstum und selbstloses Verhalten gibt. Angesichts der rasanten Entwicklung und der Zunahme der Weltbevölkerung, müssen neue Werte gefunden werden, in der Qualität über Quantität steht. Renée Schroeder schlägt Brücken zu ihrer Forschung und zeigt auf, wie wir uns und den Planeten aus ihrer Sicht retten können. Renée Schröders Aufruf lautet: „Wir müssen uns selber neu erfinden!“

„Es ist die Aufgabe der Offenen Jugendarbeit, ein enormes Spannungsfeld zu bearbeiten. Fixe Orientierungspunkte und oft auch vermisste Geborgenheit zu geben gelingt der offenen Jugendarbeit sehr oft in einer fordernden Gesellschaft, die für junge Menschen enorme Herausforderungen beinhaltet“, ist Landesrat Wilfing von der Bedeutung umfassender Jugendarbeit überzeugt.